Praxisfinanzierung für Ärztinnen und ÄrzteDie Niederlassung beginnt lange vor dem Kreditvertrag.
Die Finanzierung einer Praxis beginnt lange vor dem Bankgespräch: mit der Frage,
wie viel Kapital Sie wirklich brauchen, wie lange die Anlaufphase dauert und
was Sie privat absichern müssen, bevor Sie unterschreiben. Diese Seite ordnet
die Bausteine ein.
Stand: September 2026 · keine Darlehensvermittlung, keine Steuer- oder Rechtsberatung
Kapitalbedarf · Ihre Praxis
Kaufpreis oder Investition
Ausstattung und Umbau
Betriebsmittel
Reserve
Unterlagen für die Bank vollständigAbsicherung vor Unterschrift
Unsere Rolle bei der Praxisfinanzierung: Finanz-Medizin vermittelt
keine Darlehen. Eine Erlaubnis nach § 34c GewO oder nach § 34i GewO besteht nicht.
Wir ordnen Ihre Finanzierung konzeptionell ein, bereiten Liquidität und Absicherung
vor und binden für die Finanzierung selbst Ihre Bank oder entsprechend zugelassene
Partner ein. Einzelheiten zum Umfang unserer Erlaubnisse stehen im
Impressum.
Anamnese
Woraus sich der Kapitalbedarf zusammensetzt
Die Summe, über die alle sprechen, ist meist der Kaufpreis oder die Investition.
Gebraucht wird aber mehr.
Kaufpreis oder Einstieg
Bei einer Übernahme der Praxiswert, der sich aus materiellem Wert und ideellem
Wert zusammensetzt, bei einem Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft der
Anteil. Ein unabhängiges Wertgutachten schafft eine Verhandlungsgrundlage.
Investitionen
Umbau, Geräte, IT und Praxissoftware, Anbindung an die Telematikinfrastruktur,
Einrichtung. Bei einer Neugründung meist der größte Posten.
Anlaufphase und Betriebsmittel
Gehälter, Miete und Material fallen ab dem ersten Tag an. Die Honorare der
Kassenärztlichen Vereinigung fließen dagegen zeitversetzt, über Abschlagszahlungen
und die Quartalsabrechnung. Diese Lücke muss finanziert sein.
Private Lebenshaltung
Solange die Praxis noch keinen Überschuss erwirtschaftet, muss der private
Bedarf gedeckt sein, einschließlich Beiträgen zu Versorgungswerk und
Krankenversicherung. Das wird in Planungen oft unterschätzt.
Diagnose
Gründung, Übernahme oder Einstieg: was sich unterscheidet
Aspekt
Neugründung
Übernahme oder Einstieg
Kapitalbedarf
vor allem Investitionen und Anlaufphase
vor allem Kaufpreis, dazu Modernisierung
Planbarkeit der Einnahmen
geringer, Patientenstamm muss entstehen
höher, Zahlen der abgebenden Praxis liegen vor
Zulassung
abhängig von der Bedarfsplanung im Planungsbereich
in gesperrten Gebieten über das Nachbesetzungsverfahren nach § 103 SGB V
Zu Zulassung, Bedarfsplanung und möglichen Förderungen berät die Niederlassungsberatung
Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. In Gebieten mit drohender Unterversorgung können KVen
Mittel aus einem Strukturfonds nach § 105 Abs. 1a SGB V einsetzen; welche Programme
aktuell gelten, erfahren Sie dort.
Bausteine der Finanzierung
Welche Finanzierungsbausteine üblich sind
Bankdarlehen: meist ein langfristiges Annuitätendarlehen,
häufig mit tilgungsfreien Anlaufjahren. Konditionen und Sicherheiten verhandeln Sie
mit der Bank.
Förderdarlehen: Die KfW und die Förderbanken der Länder
bieten Programme für Gründungen und Übernahmen. Sie werden in der Regel über die
Hausbank beantragt, und zwar vor Beginn des Vorhabens.
Leasing: für Geräte und IT, schont die Liquidität, bindet
aber über die Laufzeit.
Betriebsmittelkredit: für die Anlaufphase und Schwankungen
zwischen den Abrechnungen.
Eigenkapital: verbessert Konditionen und Verhandlungsposition.
Wie Sie es in den Jahren vor der Niederlassung aufbauen, steht auf der Seite
Vorbereitung auf die Niederlassung.
Konkrete Konditionen und Programmnamen nennen wir hier bewusst nicht. Sie ändern
sich laufend und hängen von Vorhaben, Bonität und Zeitpunkt ab.
Plan
Welche Unterlagen die Bank erwartet
Eine gut vorbereitete Anfrage spart Wochen und verbessert die Verhandlungsposition.
Vorhabensbeschreibung und Investitionsplan
Umsatz-, Kosten- und Liquiditätsplanung, am besten mit dem Steuerbüro erstellt
bei Übernahme: Zahlen der abgebenden Praxis, Wertgutachten, Entwurf des Kaufvertrags
Lebenslauf, Approbation, Facharzturkunde
private Vermögens- und Einkommensübersicht
Nachweise zur Absicherung, etwa gegen Tod und Berufsunfähigkeit
Absicherung
Bevor Sie unterschreiben
Banken verlangen häufig, dass das Darlehen bei Tod oder Berufsunfähigkeit
abgesichert ist. Diese Absicherung sollte zu Ihrem Gesamtkonzept passen und nicht
unter Zeitdruck neben der Kreditzusage abgeschlossen werden. Genau hier setzen
wir an.
private Liquiditäts- und Vorsorgeplanung rund um die Niederlassung
Absicherung von Praxis, Darlehen und Arbeitskraft
Aufbau von Eigenkapital in den Jahren davor
Vorbereitung des Bankgesprächs aus Sicht Ihrer privaten Finanzen
·
Das übernehmen andere
Vermittlung von Darlehen: Bank oder zugelassene Partner
Steuerliche Planung und Rechtsform: Steuerberatung
Kaufvertrag und Zulassungsrecht: Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt
Bedarfsplanung und Förderung der KV: Niederlassungsberatung der KV
Häufige Fragen
Fragen zur Praxisfinanzierung
Nein. Wir vermitteln keine Darlehen und haben weder eine Erlaubnis nach § 34c noch
nach § 34i GewO. Wir ordnen die Finanzierung konzeptionell ein, kümmern uns um
Absicherung und private Planung und binden für die Finanzierung selbst Ihre Bank
oder zugelassene Partner ein.
Eine feste Quote gibt es nicht. Praxen werden oft zu großen Teilen fremdfinanziert.
Eigenkapital verbessert aber die Konditionen und schafft Reserven für die
Anlaufphase. Wie viel sinnvoll ist, hängt vom Vorhaben und von Ihrer Bank ab.
In der Regel vor Beginn des Vorhabens, also bevor Verträge unterschrieben sind.
Förderdarlehen der KfW und der Landesförderbanken werden meist über die Hausbank
beantragt. Klären Sie das früh, sonst entfällt die Förderung.
Ein nachvollziehbarer Praxiswert, ein geprüfter Kaufvertrag, der Blick auf
übernommene Arbeits- und Mietverträge und ein realistischer Plan für notwendige
Investitionen. In gesperrten Planungsbereichen kommt das Nachbesetzungsverfahren
beim Zulassungsausschuss hinzu.
Häufig eine Absicherung des Darlehens für den Todesfall und eine Absicherung der
Arbeitskraft. Dazu kommen die Versicherungen, die die Praxis ohnehin braucht, allen
voran die Berufshaftpflicht. Was im Einzelnen gefordert ist, steht in der
Kreditzusage.
Je früher, desto besser. Eigenkapital, eine günstig abgeschlossene
Arbeitskraftabsicherung und eine saubere Bonität entstehen über Jahre. Wer mit der
Planung erst beim Bankgespräch beginnt, hat die wichtigsten Weichen oft schon
verpasst.